Finanz – und Vermögensberatung

checklisteSelbst geprüft ist gut beraten!

Immer wieder fragen Kunden, woran man eine gute Beratung erkennt? Mein Fazit nach der Begleitung vieler Fehlberatungen und der Durchsicht zahlreicher Versicherungsbestände beim Kunden: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist viel besser!“
Eine ausführliche Vorbereitung auf das geplante Versicherungs- und Vermögensplanungsgespräch ist unerlässlich. Je mehr Sie wissen, desto konkreter können Sie fragen und auch das Wissen Ihres Beraters testen. Schreiben Sie Ihre Fragen auf, auch wenn Sie nicht sicher sind ob dieses Thema zu einer Finanzberatung gehört – unabhängige Berater sollten auch in den angrenzenden Fachbereichen Grundwissen haben. Achten Sie darauf, dass vor der Vermittlung eines neuen Vertrages Ihre bestehenden Verträge erfasst und analysiert werden, nur so ist eine umfassende Bewertung des aktuellen Absicherungsstandes möglich.
 
Ein paar Themen betreffen fast jeden Kundentyp, so dass Sie vorab selber Ihre Verträge überprüfen können:
  • Forderungsausfall in der Privaten Haftpflicht: Unter Forderungsausfall versteht man die Absicherung eigener Schadenersatzforderungen, für den Fall dass der Schuldige nicht zahlen kann, z.B. wenn dieser keine Private Haftpflichtversicherung hat. Nur 70% der in Deutschland lebenden Menschen haben diesen Schutz abgeschlossen.

  • Grobe Fahrlässigkeit in den Sachversicherungen: Im Schadenfall wird bei allen gängigen Versicherungszweigen geprüft, ob Sie die erforderliche Sorgfalt an den Tag gelegt haben um den Schadenfall zu vermeiden. Ist dies nicht der Fall, kann der Versicherer von der Leistung befreit werden, da Sie ein Mitverschulden trifft. Achten Sie darauf, dass in all Ihren Sachverträgen auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet wird. Dies vermeidet Ärger im Schadenfall.

  • Innovationsklausel: Die Zeiten ändern sich und vieles wird besser. Achten Sie darauf, dass die Aufnahme von kostenlosen Leistungsverbesserungen für Sie automatisch gilt und Sie nicht auf eine ständige Überprüfung Ihrer bestehenden Verträge angewiesen sind.

  • Deckungshöhe und Geltungsbereich Ihrer Rechtsschutz: Die Reiseziele werden immer ferner und die Abenteuerlust immer größer. Achten Sie darauf, dass der Versicherungsschutz ihrer Rechtsschutzversicherung auch für Ihre Fernreiseziele gilt und die Deckungssumme ausreichend ist. Eine Begrenzung der Deckung innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union ist nicht mehr marktüblich.

  • Tarifcheck in Ihrer Privaten Krankenversicherung: Versicherungsgesellschaften bringen regelmäßig neue Tarife auf den Markt. Diese werden Neukunden zu günstigen Konditionen angeboten. Was die meisten jedoch nicht wissen: Auch jeder Bestandskunde hat das Recht, diese Tarife zu nutzen und ohne Nachteile innerhalb der Gesellschaft die Tarife zu wechseln. Dies geht ohne Gesundheitsprüfung. Oft sind dabei immense Beitragsersparnisse möglich! Da der Versicherungsgesellschaft Beiträge entgehen und der Wechsel innerhalb der Tarife keine Abschlussvergütung für den Vermittler auslöst, handelt es sich um ein selten angesprochenes Thema in der Beratung.

  • Pflege-Bahr: Wenn Sie gesund sind lohnt es sich trotz staatlicher Förderung die gesamte Produktpalette der privaten Pflegeabsicherung genau unter die Lupe zu nehmen. Tarife die ohne Gesundheitsprüfung zugänglich sind betreiben eine negative Risikoselektion, so dass die Gefahr überproportionaler Beitragssteigerungen in der Zukunft besteht. Spezialisierte Berater können unter Abklärung Ihrer individuellen familiären und gesundheitlichen Situation die gesamte Produktpalette für Sie analysieren. Info: www.pflegevorsorgeberatung.de

  • „Minipolicen“: Viele geringfügige Sparverträge zwischen 20 € bis 50 € sind schädlich für den Aufbau einer ausreichenden Altersversorgung, da die Vertragskosten die Rendite überproportional belasten. Achten Sie darauf, dass ein „Lebensplan“ erstellt wird, welcher Ihnen genauen Aufschluss über die zu erwartenden Leistungen im Alter gibt, unter Einbezug der Belastung der Bezüge mit Sozialversicherungsbeiträgen und Steuer.


Zu guter Letzt: Prüfen Sie ob Ihr Berater genauso gut vorbereitet ist wie Sie. Die Arbeit mit Checklisten und die gezielte Protokollierung des Gespräches sind ein gutes Indiz.