Bodenkaskoversicherung

"Und es gibt sie doch!" wird fast triumphierend in einem Aufsatz über "Die Bodenkaskoversicherung in der Umwelthaftpflichtversicherung" festgestellt (Grote in "Die Versicherungspraxis" - VP - 2/1996, S. 21 ff).

Seit 1979 waren "Eigenschäden" in die Gewässerschadenhaftpflichtdeckung eingebaut worden; ein Selbstbehalt von € 250,-- war dabei vorgesehen. Im privaten Bereich wird diese Deckung auch heute noch geboten.

Das von der Aufsichtsbehörde genehmigte Umwelthaftpflicht-Modell versichert Eigenschäden nicht mehr einschränkungslos; deren Mitversicherung hat zu nicht tragbaren Ergebnissen geführt (Erläuterungen zur Umwelthaftpflichtversicherung, Beilage zu VW Nr. 24 vom 15.12.1993, zu Ziff. 5.6, s. 29). Auch Aufwendungen vor Eintritt des Versicherungsfalls bleiben ausgeklammert, soweit sie sich mit Sanierungskosten auf dem eigenen Grundstück decken: Diese werden in der Erläuterung als sog. "Kaskoschäden" bezeichnet. Bei "Aufopferungsschäden" sieht der Vertragstext Modifikationen vor.

Der Markt ist offensichtlich bereit, die "Bodenkaskoversicherung" in eingeschränkter Weise wieder einzuführen (Grote, S. 24). Zu verweisen ist auf den amerikanischen Markt, wo nach genauer Risikoprüfung eigenständige Policen geboten werden. - Nach einer Meldung im "Handelsblatt" vom 21.3.1996, S. 29, will ein Schweizer Versicherer in Abweichung vom Verbandsmodell in Deutschland eine neue Umweltversicherung einführen, die Schäden auf dem eigenen Grundstück nach einem Störfall abdeckt.

(Quelle: Versicherungswirtschaft Heft 17/1996, S. 1217)