Dekontaminationskosten von Erdreich in der Wohngebäudeversicherung

  1. In Erweiterung der Allgemeinen Bedingungen für die Wohngebäudeversicherung (VGB 88) ersetzt der Versicherer die Kosten, die der Versicherungsnehmer infolge einer Kontamination durch einen Versicherungsfall aufwenden muß, um

    1. Erdreich von eigenen oder gepachteten Versicherungsgrundstücken innerhalb der Bundesrepublik Deutschland zu untersuchen und zu dekontaminieren oder auszutauschen;
    2. den Aushub in die nächstgelegene geeignete Deponie zu transportieren und abzulagern oder zu vernichten;
    3. den Zustand des Versicherungsgrundstückes vor Eintritt des Versicherungsfalles wiederherzustellen.

    Die Entschädigung ist je Versicherungsfall auf den vereinbarten Betrag auf Erstes Risiko begrenzt; bei mehreren Versicherungsfällen innerhalb eines Versicherungsjahres beträgt die Höchstentschädigungsgrenze ebenfalls ein fest vereinbarter Betrag.

  2. Voraussetzung für die Kostenerstattung ist eine behördliche Anordnung, die aufgrund von Gesetzen oder Verordnungen, die vor Eintritt des Versicherungsfalles existierten, erlassen wurde und die innerhalb von neun Monaten seit Eintritt des Versicherungsfalls ergangen ist und dem Versicherer innerhalb von drei Monaten nach Zustellung gemeldet wurde.
  3. Erhöht sich durch den Versicherungsfall eine bereits bestehende Kontamination, werden nur die Aufwendungen ersetzt, die durch den Versicherungsfall erforderlich werden. Die Beseitigungskosten für die unabhängig von dem Versicherungsfall vorhandene Kontamination werden nicht ersetzt. In diesem Fall wird ein Sachverständiger die zu ersetzenden Kosten feststellen.
  4. Entschädigung wird nicht geleistet, soweit der Versicherungsnehmer aus einem anderen Versicherungsvertrag Ersatz beanspruchen kann. Gleiches gilt für Aufwendungen auf Grund sonstiger behördlicher Anordnungen oder auf Grund sonstiger Verpflichtungen des Versicherungsnehmers.
  5. Kosten gemäß Nr. 1 gelten nicht als Aufräumungskosten gemäß § 2 Nr. 1 a und b VGB 88.