Doppelversicherung

Wenn ein "Interesse" gegen dieselbe Gefahr bei mehreren Versicherern versichert ist, spricht man von einer "Doppelversicherung". Sofern die Summe der von jedem einzelnen Versicherer zu zahlenden Entschädigung den Gesamtschaden übersteigt, so kann der Versicherungsnehmer im ganzen nicht mehr als den ihn belasteten Schadenbertrag verlangen.

Beispiel: Im Rahmen einer Haushaltspolice bestand ebenso Privathaftpflicht-Versicherungsschutz wie über eine landwirtschaftliche Betriebshaftpflichtdeckung. Die Deckungssumme beim Versicherer A betrug € 150.000,--, diejenige beim Versicherer B € 250.000,--. Als das Kind des Versicherungsnehmers zündelt und dabei eine Scheune in Brand steckt, entsteht ein Schaden von € 300.000,--. Die Versicherer könnten jeweils mit der Deckungssumme voll in Anspruch genommen werden, wobei insgesamt jedoch nicht mehr als die Freistellung von € 300.000,-- verlangen. Die Versicherer sind untereinander anteilig zum Ausgleich verpflichtet.

Im § 59 VVG wird als Doppelversicherung bezeichnet, wenn die Deckungssummen aller Versicherer höher liegen als die Schadenersatzforderung, von der gemeinsame VN freizustellen ist.

In der Sachschadenversicherung liegt eine Doppelversicherung vor, wenn die Summe der Versicherungssummen den Versicherungswert übersteigt. Nach dem Gesetz kann man grundsätzlich in unbegrenzter Höhe haftbar gemacht werden (§ 823 BGB). Sofern nicht "unbegrenzte" Deckungssummen wie für Sachschäden im Bereich der Kraftfahrtversicherung und hin und wieder auch in der Privathaftpflichtversicherung bekannt, vereinbart wurden, könnte es in der Haftpflichtversicherung niemals eine Doppelversicherung geben - man haftet ja in unbegrenzter Höhe. Aber - es sind immer Schadenersatzforderungen denkbar, die über der Summe von Deckungssummen verschiedener Verträge liegen.

Grundsätzlich geben Haftpflichtversicherer den zuletzt abgeschlossenen Versicherungsvertrag frei, selbst wenn er höhere Summen deckt als die ältere Versicherung.

Besonders zu bemerken sei, daß es in diesem Zusammenhang auch eine "doppelte Vorsorgeversicherung" gibt. Nach § 1, 2c AHB in Verbindung mit § 2 AHB gelten völlig neue Risiken automatisch als mitversichert. Da aber die Deckungssummen der Vorsorgeversicherung regelmäßig niedriger sind, als die Summen des Hauptvertrages, könnte ein Kunde ein neues Risiko doppelt anmelden, sofern er bei verschiedenen Versicherern Haftpflichtversicherungen unterhält. Somit käme er in den Genuß von doppelten Deckungssummen, wenn ein Schaden vor der Anmeldefrist eingetreten ist.